Noch kalte Nächte

19.April 2012-04-19

Die Weichselkirsche hat schon alle ihre weißen Blütenblätter verwehen lassen, die Pflaumenblüte ist bald vorbei. Die Kirschen blühen noch und mit ihnen  die Mirabellen. Apfel und Birnbäume befassen sich erst mit dem Treiben der grünen Blätter, aber man sieht doch schon hier und da einen  hellen  Versuch  an ihnen. Bald werden auch sie im weißen Frühlingskleid stehen.

Obwohl es nachts noch kalt ist, würde ich es gern sehen, Besuch zu haben, damit ihm das Schauspiel der Obstbaumblüte nicht ganz entgeht. Vielleicht  kommt  ja in den nächsten Tagen mal  jemand? Darauf  freue ich mich.

Dann hätte ich noch eine Bitte, er oder sie müssten mir helfen,  das Bild auszuwählen, das es wert ist, für € 75 ausgestellt zu werden. Soviel möchte die Galeristin in Homburg kassieren. Ihr Prospekt ist bei mir einsehbar. Man könnte auch die Galerie besuchen. Sie ist sehr hübsch.

Gartenarbeit

15.März 2012

Heute ist wettermäßig ein herrlicher Tag. Auch in den vergangenen  Wochen konnte ich viel im Garten machen, aber eben musste ich um 16. Uhr nach drinnen gehen. Mein Häcksler steht in voller Sonne, das war echt heiß.

Ich war gerade bei den Himbeeren. Letzten Winter ist viel ausgefroren. Unterwegs zum Häcksler sah ich den Salbei, wie er so überbordend buschig in das Himbeerbeet hineingewachsen ist. Da ließ ich erst mal die Himbeeren und beschnitt den grundverholzten Salbei, der das wohl schon seit Jahren nötig hatte. Es kam alles sofort in den Häcksler, da ich noch Material für die Wege im „Kringelbeet“ benötige. Den Lavendel hatte ich schon vor Wochen geschnitten, der musste gleich mit gehäckselt werden. Alles habe ich aber nicht schaffen können.

Mein Mann räumte die überdachte Terrasse auf, da muss ich noch Eimer und Blumentöpfe, Stöcke und anderes Material aufräumen, das er mir an die Seite gestellt hat, und in den Container schaffen,.

Heute aber grub ich noch wilde Narzissen aus den Wiesen und pflanzte sie auf ein Beet. Es bleiben trotzdem noch viele am Standort. Ich befürchte nur, wenn E. die Wiesen mäht im Mai, dass dann die Narzissenblätter noch nicht genügend Nahrung in den Zwiebeln speichern konnten, sodass das Wachstum abgebrochen wird. Er kann die Blätter in der Wiese nicht von Gras unterscheiden. Auf den Beeten bekommen sie frische Erde.

Morgen ist Semesterbeginn im PC-Club der Akademie. Montag war ich schon zu Gedächtnistraining. Die Philosophie beginnt erst in der nächsten Woche. Ich habe meinen Sartre und die Bücher von Camus noch nicht gesucht, Wittgenstein, Heidegger und Jaspers besitze ich nicht selbst. Mal sehen, ob ich wenigstens die in einer Bibliothek finde. Bis jetzt habe ich schlechte Erfahrungen gemacht in der Bibliothek für normale Bürger hier im Westen, meine Kreisbibliothek in M. war besser bestückt. Notfalls fahre ich wieder in die Unibibliothek.

Schneetag

Heute ist draußen alles grauweiß wie Nebel. Leise senken sich zarte Schneeflocken auf die Landschaft: Baum, Weg und Steg erhilten über Nacht wieder eine neue weiße Decke. Es ist wärmer, als in den Wochen zuvor, aber das hat uns den Sonnenschein gekostet.

In der vergangenen Zeit schien die Sonne uns wärmend in den Rücken, wenn wir durch den knirschenden Schnee stiefelten. Es war herrlich draußen, blendend und schön anzusehen, wie der Schnee in allen Regenbogenfarben glitzerte und glimmerte, wie Katzengold oder Schieferglimmer. Wir genossen die Spaziergänge recht. Nur der Wind, wenn er denn kam, setzte unseren Ohren und Nasen zu mit Kälteströmen.

Im Gehege bei den Nachbarn westlich von uns liegen im Stall von Ziegen, Pferden und Hunden junge Welpen. Es waren wohl neun im ganzen: ein Wurf mit 2 Buben von Angy, ein Wurf mit 9 von Marika. Einer davon war sofort tot, zwei starben nach zwei Tagen. Eine Missgeburt ohne Darmausgang musste nach fünf Tagen eingeschläfert werden. Nun sind es noch sieben, der älteste aus dem Zweierwurf läuft schon draußen herum, ein Teddy mit grauem Fell. Die von Marika sind ganz weiß oder eins schwarz weiß. Das wollen sie behalten. Drei Monate sollen sie hier bleiben, dann gehen sie “in gute Hände”, sagt die Besitzerin.

Obwohl es Wnter ist, befasse ich mich mit renovieren und Bilder neu verteilen und hängen. Alte und neue Familienfotos fanden unter den Bildern in meinem Arbeitszimmer und in den offenen Möbeln in kleinen Rahmen ihren neuen Platz.

Zwischendurch lese ich Markus Werner “Am Hang” und Gedichte von Hölderlin, Storm unf Johannes Kühn. Verliehen habe ich erotische Geschichten von Roald Dahl. – In der Waldorf Schule trug ich Gedichte von mir und fremde vor und animierte bei einem Winterspaziergang zu eigenen Versen, für die wir unterwegs Worte sammelten. Die Schüler waren sehr angeregt, obwohl der Wind eisig ging draußen. Sie hörten und sahen und schmeckten sogar Schnee probeweise. Ob die Lehrerin einige der schönsten Ergebnisse zu dem Schreibwettbewerb “Wortsegel 2012 Johannes Kühn” einsenden wird, kann ich nur vorschlagen. Sie haben mir eine Kopie von allen gebracht.

 

 

 

Etti Ruhöfer (bei Feierabend)

Die Zahl meiner Jahre erinnert mich nur.
Ich spüre sie nicht.
Sie ist mit meinem Inneren nicht im Einklang.
Ich fühle Kraft -
Kraft und Kreativität
wie in keiner anderen Phase
meines Lebens.

Nach-Wende-Zeit

Die Worte haben sich geändert,
Sie stehen nur noch für sich.
Die Zeile zwischen den Zeilen
Wird nun für lange leer bleiben.

Die Sprache ist hohler geworden,
Aber nicht unverstellter, nicht nackt.
Weh dir, wenn du frei sprichst!
Die Gesellschaft ist prinzipiell verlogen,

Auch die Beziehungen der Geschlechter
Und das, was schwingt zwischen Menschen.
Hier und jetzt lebt jeder nur sich selbst.
Wer denkt schon noch der Zukunft aller?

Wichtig ist der eigene Himmel-Hinterhof.
Sogar die Partnerschaften regeln nur
Die Freiheiten für die Einzelnen…
Die Werte haben sich gewendet
Gerel Calow

Distanz

Zwischen dir und mir: Fremdheit,
Lachen, Hohn – unüberbrückbar.

Furcht vor dem Anderen
Sitzt tief innen.

Schau tapfer Unbekanntes an
Und ertrag es.

Fremd sind wir selbst uns und
Überall anderswo auf Erden.

Sogar dein Bruder nach Jahren
Sieht dich aus fremden Augen an.

Und wo willst du bleiben,
Falls er dir nach dem Leben trachtet?

Lass uns
Brückenbauer werden.

Fragen des Lebens  (Sommer 2001)

Du bist geboren in dieses Leben.
Schau es an, was bedeutet es für dich?
Du lebst, aber hast du dein Dasein auch erkannt?
Siehst du den Sinn deines Lebens?
Dein Leben fragt dich, welchen Sinn du ihm gibst.
Leben ist schlicht Leben,
Schau es an, nimm es an.

Mein Sein, ich danke aus vollem Herzen,
Dass ich erkenne, was mir da gegeben ist.
Die Gabe des Lebens
Ist eine Gabe der Freude.
Ich tue, was ich tun muss
Und freue mich der Freude.

Dem Dankbaren ist jeder Tag ein Fest.
Mein Herz quillt über
Vom Danken an das Leben.
Ich genieße die Dankbarkeit
Und das Fest des Lebens in mir,
In dir und auf Mutter Erde überhaupt.

Alle Zeit, die kommt,
Sei täglich im Herzen der Dank
Für dies Sein und die Freiheit darin.
Die Fülle der Freude gibt sich
Zu erkennen als eine Gabe des Lebens,
Die auszukosten seine Kostbarkeit ist.

Tritt Kümmernis vor das Tor:
Lass sie nicht ein. -

Perspektive

Es öffnet sich das Tor,
auf dem dein Blick
schon lange ruht
und all dein Hoffen

Dahinter aber liegt
erneut die lange Straße.
Wieder und wieder
musst du sie begehen

Auf Wegen, endlos scheinend,
unerbittlich und wie ewig,
neuerlich kein Ziel in Sicht
als vages Glauben:

Hinter der nächsten Biegung
wird sich alles ändern.

Alle (C) bei Gerel Calow

Mühlrad im Kopf vom 4. September 2011

Trotz eines arbeitsreichen, vergangenen Tages, steht das „Denkrad“  im Kopf auch fast zwei Stunden nach Mitternacht noch nicht still. Neben Wochenend-Hausputz und –Wäsche kochte ich Kürbis süß-sauer ein und nähte vier Kissenbezüge für den Ruheplatz des Hundes. Gleichzeitig lauschte ich dann einem Hörspiel nach Anton Tschechow „Das Drama auf der Jagd“, dessen Ende mein Mann nach seiner Heimkehr vom Abendtrunk noch mit mir hörte.

Danach las ich noch ein bisschen in den Appendixen vom „Wüstenplaneten“, einem Nachwort und verschiedenen Informationen zu Büchern, die sich des von Herbert Frank erfundenen Universums bedienen. Das macht Lust auf weitere Abenteuer.

Zum Abschluss wollte ich noch ein wenig im Buch von Hans Küng und Walter Jens weiterlesen. (Einmal hatte ich es weggelegt, weil mir Jens zu schwierig war an der Stelle. Nun, ich bin eben nicht halb so belesen wie er – war, muss man leider sagen.)

Aber nun las ich wie gebannt seinen Text bis zum Ende und noch anderes. Es bewegt mich sehr.

Mein Enkel zu Besuch

Tolle Bilder hat mein Sohn mir auf den Stick geladen: Die farbigen Diapositive meiner Mutter. Es spiegelt sich so viel gelebtes Leben darin. Geburt und Tod, Aufnahmen vom Grab meines ersten Kindes im Schnee und später mit Blumen. Und mehr von Mann und Kindern, Mutti mit mir im Fläming und an der Ostsee. Wie jung man mal war und wie hübsch!

Mein Enkel ist fröhlich und unbeschwert, immer voll im Gange. Jetzt spricht er wirklich viel, nur noch nicht so richtig deutlich. Aber wenn ich ihm Murmeln zum Spiel gebe und er “Momo” sagt, ist das doch deutlich genug für die Omi. Das geht jetzt bestimmt hauruck mit dem Sprechen, schließlich ist er jetzt ein und dreiviertel Jahre.

Das Mittagessen konnte er mit einer Kuchengabel essen, besser, als mit dem Löffel. Später hatte er mit Würfelbecher und großen und kleinen Würfeln Spaß. Klappern ist selbstverständlich das Allerschönste und an die Tür poltern oder Nüsse von einem Korb in einen anderen Werfen …

Nach langer Zeit, jesse bering, die erfindung gottes, wie die evolution den glauben schuf

lange schrieb ich hier nichts. auch jetzt kann ich nur mit der linken hand tippen. aber ich kann mit beiden augen lesen und habe ein neues buch:

jesse bering, die erfindung gottes, wie die evolution den glauben schuf

schenkte mir mein sohn. vielen dank großer!

es ist sehr spannend, wie der autor begründet, auf welchen wegen bewusstsein entstanden ist, wie die mentalisierung, die gedanken darüber, was andere denken oder was ein naturereignis uns sagen will, dazu beigetragen haben, dass wir eine höhere instanz über uns vermuten.